Die Bibliothèque nationale de France (BnF) von Dominique Perrault in Paris, Frankreich

Probleme in der BnF behoben – Frankreich

Die Bibliothèque nationale de France (BnF) von Dominique Perrault in Paris, Frankreich

Die Bibliothèque nationale de France (BnF) von Dominique Perrault in Paris, Frankreich © Christian Horn 2001

Endlich Alltag in der Pariser Nationalbibliothek ?

Seit einigen Wochen ist in der Bibliothèque nationale de France (BnF), errichtet von Dominique Perrault im Pariser Osten, eine scheinbare Normalität eingekehrt. Ihre Eröffnung im Dezember 1996 hatte die Polemik, die sie während der ganzen Konzeptions-, Planungs- und Bauphase begleitet hatte, nicht beenden können. Eine nicht abreißende Folgen von Problemen legte die Bibliothek in den folgenden Jahren im regelmäßigen Rhythmus still. Das letzte Mal am Abend des 3. November 2000, nachdem sie am Morgen desselben Tages nach vorheriger dreiwöchiger Schließung für die Öffentlichkeit wiedereröffnet worden war.

Die Bibliothèque nationale de France (BnF) von Dominique Perrault in Paris, Frankreich

Die Bibliothèque nationale de France (BnF) von Dominique Perrault in Paris, Frankreich © Christian Horn 2001

Diesmal handelte es sich nicht um einen Streik des Personals, wie bei der Schließung im Herbst 1998, nicht um Probleme des Computersystems (Herbst 1998 und Frühling 1999), um herabfallende Teilstücke der Abhangdecken (Frühling und Sommer 2000), nicht um Astbest in den Verbindungen der Lüftung oder lokale Überschwemmungen (Herbst 2000). Dieses Mal zeigten sich in wenigen Tagen nach der Wiedereröffnung bei über 20 der 2000 Angestellte ähnlichen Krankheitssymptomen, und es entwickelt sich eine Angst vor einer eventuellen Epidemie durch Rückstände im Lüftungssystem.

Die Bibliothèque nationale de France (BnF) von Dominique Perrault in Paris, Frankreich

Die Bibliothèque nationale de France (BnF) von Dominique Perrault in Paris, Frankreich © Christian Horn 2001

Denn am 6. Oktober 2000 war ein Feuer in einer Transformatorenstation in unmittelbarer Nähe, welche die BnF und ein Teil des Stadtviertels versorgt, ausgebrochen. Nach den notwendig gewordenen Reparaturarbeiten wurde diese ab 27. Oktober wieder in Betrieb genommen, doch in den folgenden Tagen traten bei mehreren Angestellten der BnF Schwächegefühle, Übelkeit und Kopfschmerzen auf und am 3. November wurde die BnF erneut geschlossen. Weitere Untersuchungen des Lüftungssystems, besonders von eventuellen Rückständen der Rauchentwicklung, brachten keine Anomalien zutage, und so wurde die Bibliothek am 10. November wiedereröffnet. Zuvor waren alle Filter der 120 Lüftungszentralen ausgetauscht worden. Doch an einen entgültigen störungsfreien Bibliotheksbetrieb wagt noch niemand so richtig zu hoffen.

Autor: Christian Horn leitet das Architektur und Planungsbüro rethink

Texte veröffentlicht in der Zeitschrift Baumeister, B4/2001

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