EuropaCity in Ile-de-France

Umweltschutz und Bauprojekte

EuropaCity in Ile-de-France

EuropaCity IDF @ EuropaCity 2015

Frankreichs bekanntester Umweltminister, Nicolas Hulot, ist Ende August nach nur 15 Monaten in der Regierung von Emmanuel Macron zurückgetreten. Nicolas Hulot ist eine der beliebtesten Persönlichkeiten Frankreichs und bekannt für sein Engagement im Umweltschutz. Seinen Rücktritt begründete er mit seiner eingeschränkten Handlungsfähigkeit in Sachen Umweltschutz in der aktuellen Regierung.

Den live in Radio erklärten Rücktritt hatte eine Privatperson veranlasst in den sozialen Netzwerken für einen Marsch für das Klima aufzurufen. Und Anfang September gingen dann 100 000 Menschen in verschiedenen Städten für den Umweltschutz auf die Straße. Dabei stehen regelmäßig auch Bauprojekte in der Debatte, da in Frankreich jährlich etwa 60000 ha Boden versiegelt werden und die Versiegelung der Gesamtfläche Frankreichs bald 10% erreicht (9,5% in 2016).

Eine der Erfolge im Sinne des Umweltschutzes in der Regierungszeit von Nicolas Hulot war der definitive Stop des Projekts des neuen Flughafens von Nantes nach 40 Jahren Debatten und Besetzung des Planungsgebietes. Ähnlich wie im Hambacher Forst in NRW, standen sich Umweltschutz  und angeblicher Wirtschaftwachstum gegenüber. Angeblich da die reelle Notwendigkeit des neuen Flughafens im Vergleich mit einer Erweiterung des Vorhandenen umstritten war.

In der Pariser Region konzentrieren sich die Debatten und Wiederstände auf das Projekt Europacity. Ein Dubai inspiriertes Shoppingcenter mit Attraktionen (u.a. Skihalle) auf 80 ha Ackerfläche in der Nähe des Flughafens Paris-Charles-de-Gaulle, entworfen von BIG. Und landesweit wurde mit dem Gesetz Elan das Küstenschutzgesetz aufgelockert, welches nun wieder mehr Möglichkeiten gibt entlang der Küsten zu bauen.

In dem Kontext stellt sich die Frage der Position der Architekten und wie können die zukünftigen Aktivitäten der Architekten aussehen, wenn man die weitere Versiegelung der Böden stoppt.

Autor: Christian Horn leitet das Architektur und Planungsbüro Rethink in Paris, Frankreich

Text veröffentlicht in der Zeitschrift Der Architekt, N° 5/2018

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