Leere Wohnungen in New Fayoum

Ägyptens neue Städte – Ägypten

Leere Wohnungen in New Fayoum

Leere Wohnungen in New Fayoum, 2012 © Christian HORN

Die Prognosen des Bevölkerungswachstum von Ägypten sind beieindruckend. Mit einer Bevölkerung von heute 82 Millionen soll diese bis 2050 nach Schätzungen der Vereinten Nationen auf 123 Millionen Menschen ansteigen. Um Wohnraum für seine stark wachsende Bevölkerung wenigstens teilweise bereitzustellen hatte der Ägyptische Staat ab 1977 mit der Siedlung 10th of Ramadan den Bau von neuen Städten inititiert.

In dem von Wüsten geprägten Land sind nur 3-5% der Fläche für Landwirtschaft nutzbar und Ägypten ist schon heute auf Nahrungsmittelimporte angewiesen. Doch gerade auf diesen fruchtbaren Böden breiten sich die Städte und Siedlungen weiter aus. Um das Land entlang des Nil und in dem Delta zu schützen, ist die dritte Generation der neuen Städte, welche 1999 mit New Aswan begann, als Desert Cities in der Wüste geplant und gebaut worden.

Seit Beginn sind diese neuen Städt jedoch grösstenteils ohne Abstimmung mit der Bevölkerung geplant und gebaut worden. Es war ein Mix von Ministerien, Investoren und Bauunternehmen, welche die Projekte durchführten und was letztendlich zu leerstehenden Gebäuden und Siedlungen ohne soziale Strukturen und Lebensgrundlagen führte.

Stadt in der Wüste, New Fayoum

Stadt in der Wüste, New Fayoum © Christian HORN, 2012

So ist es auch in der dritten Generation geblieben. In der neue Stadt New Fayoum nahe der Fayoum Oase sind inzwischen Wohnraum für 18000 Einwohner von der New Urban Communities Authority (NUCA) fertiggestellt worden. Bis heute leben dort fünf Familien. Einige öffentliche Einrichtungen sind fertiggestellt, aber nicht in Betrieb, und ausser den Baumassnahmen und ein paar Verwaltungsposten, gibt es keine Beschäftigung in New Fayoum.

Es wird sich nun zeigen, ob die 2011 stattgefunde Revolution eine neue politische und gesellschaftliche Landschaft geschaffen hat, bei der die realen Bedürfnisse der Bevölkerung in der Planung der vierten Generation mit fünfzehn neuen Städten von je einer Million Einwohner besser berücksichtig werden.

Autor: Christian Horn leitet das Architektur und Planungsbüro rethink

Der Artikel basiert auf einem Seminar im Rahmen des New Medina EU-Programm

Texte veröffentlicht in der Zeitschrift Der Architekt, N° 6/2012

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