Schlackenhalde in Loos-en-Gohelle

Das Bergbaurevier Nord-Pas-de-Calais – Frankreich

Schlackenhalde in Loos-en-Gohelle

Schlackenhalde in Loos-en-Gohelle © Flickr sybarite48

Das Bergbaurevier der nördlichsten Region Frankreichs, Nord-Pas-de-Calais, ist am 30 Juni auf die Liste des Weltkulturerbes aufgenommen worden. Das eingetragene Gebiet erstreckt sich auf insgesamt 4000 Hektar südlich der Stadt Lille über 12 km Breite und 120 km Länge von Osten nach Westen.

Als eine von den Menschen und der Natur gemeinsam gestaltete evolutive Kulturlandschaft hat die Unesco bei seinem Treffen in St. Petersburg die Bewerbung akzeptiert. Gruben, Fördertürme, Halden, Infrastrukturen und Berbaustädte sind Zeitzeugen von drei Jahrhunderten Kohlebergbau, welcher 1720 begann. In der Gemeinde Loos-en-Gohelle sind z.B. die mit 146m die höchsten Halden Europas aufgeschüttet worden.

1930 erreicht die Produktion der Bergbauregion mit 35 Millionen Tonnen Kohle (64% der Produktion Frankreichs) einen Höhepunkt und reduzierte sich im folgenden, bis 1990 die Förderung eingestellt wurde. Seitdem versucht die Region, ähnlich des Ruhrgebietes, sich auf der Basis seiner Industriegeschichte hin zu ökologischen und kreativen Sektoren zu orientieren.

Einer der Highlights ist sicher die Eröffnung einer Zweitstelle des weltbekannten Pariser Museums Louvre in der Stadt Lens im Dezember 2012. Das auf einen ehemaligen Zechengelände in Bau befindliche zeitgenössische Gebäude, von den japanischen Architekten SANAA entworfen, gilt als Zeichen der Neuausrichtung der Region für das 21. Jahrhundert. Der Louvre Lens soll im ersten Jahr 700 000 Besucher anziehen und ist der zweite Versuch regionale Antennen der grossen Pariser Museen zu entwickeln. Ein Erfolg wird für die Region wichtig sein, denn die Zweitstelle des Centre Pompidou in Metz konnte im ersten Jahr nach seiner Eröffnung im Mai 2011 an die 800 000 Besucher empfangen.

Autor: Christian Horn leitet das Architektur und Planungsbüro rethink

Texte veröffentlicht in der Zeitschrift Der Architekt, N° 4/2012

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