Der Bau der Tramway T3 in Paris

Der Erfolg der Tramways – Frankreich

Der Bau der Tramway T3 in Paris

Der Bau der Tramway T3 in Paris, Frankreich © Christian Horn 2012

In den letzten Monate des Jahres 2012 standen in Frankreich die Tramways, Strassenbahnen der neuen Generation, wieder im Rampenlicht. Kaum eine Woche verging, ohne dass eine Stadt eine neue oder verlängerte Linie in Betrieb nahm. Lyon, Dijon, Le Havre erweiterten ihr Schienennetz, in der Hauptstadtregion Ile-de-France wurde die Tramway T1 bis Asnières und die T2 bis Bezons verlängert und in Paris wurde Mitte Dezember die Verlängerung der Linie T3 eingeweiht.

Die Strassenbahn ist seit 1852 in Frankreich und Paris präsent und Ende des 19. Jahrhunderts hatte sich mit 600 Kilometer eines der wichtigsten Schienennetze der Welt im Grossraum Paris entwickelt. Die Verbreitung des Automobiles machte dieser Entwicklung jedoch ein Ende und 1937 wurde die letzte Strassenbahnlinie in Paris abgebaut. 50 Jahre später ist die Stadt Nantes die erste, welcher die Strassenbahn als moderne Tramway wiedereinführt. Es folgen Grenoble, Strasbourg, Rouen, Lyon und 1992 der Grossraum Paris mit einer Linie zwischen Bobigny und Saint-Denis.

Doch kündigt sich hinter dieser Serie von Einweihungen auch ein Rückgang der Projekte an. Auch wenn die Tramways die Stadtviertel nachhaltig verändern und den Bürgermeistern wichtige Wählerstimmen bingen ist der Bau einer Tramway teuer, zwischen 25 und 30 Millionen Euros pro Kilometer. Fünf mal weniger als die Pariser Metro, aber auch drei mal mehr als eine gut gestaltete Buslinie. Und gerade die Gemeinden, Verbände und andere Gebietskörperschaften sind von der französischen Regierung angehalten in Zukunft zu sparen.

In diesem Kontext präsentierte die Metropole Metz sein Nahverkehrsprojekt Mettis. Ein Art Schnellbus, welcher das Stadtzentrum ab Ende 2013 auf zwei Linien alle vier Minuten anfahren soll. Das Design, die Haltestellen, die Fahrspuren lehnen sich an die Tamways an, aber es ist ein Bus.

Autor: Christian Horn leitet das Architektur und Planungsbüro rethink

Texte veröffentlicht in der Zeitschrift Der Architekt, N° 1/2013

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