Die Kaserne De Bonne in Grenoble – Frankreich

Der Cour d'honneur der Kaserne de Bonne in Grenoble

Der Cour d’honneur der Kaserne de Bonne in Grenoble, 2008 © SEM SAGES

Der am 24. Juli von dem französischen Präsidenten Nicolas Sarkozy vorgelegter Plan zur Modernisierung der französischen Streitkräfte sieht ab 2009 die Schliessung von 83 militärischen Standorten vor. Eine nicht unerhebliche Anzahl von Kasernen wird sich in den folgenden sechs Jahren in die ohnehin schon lange Liste der stillgelegten Anlagen einfügen. Die für den Verkauf der nicht mehr benötigten Immobilien zuständige Abteilung des Verteidigungsministeriums, die MRAI, sitzt heute schon auf einem Schatz von ungefähr 27.000 Hektar, zusammengesetzt aus Kasernen, Truppenübungsplätzen, Flughäfen, Lagerhallen, welche die Armee veräussern könnte. Doch die Warteliste ist lange und viele Anlagen stehen schon seit über zehn Jahren leer.
Die Kaserne De Bonne in Grenoble beispielsweise wurde 1994 mit der Verlegung des letzten Regiments stillgelegt. Doch die Umstrukturierung des 8,5 Hektar grossen Grundstücks im Herzen der Stadt begann erst im Jahre 2000 mit einer Machbarkeitsstudie um ein erstes Programm und die groben Leitlinien der Umstrukturierung festzulegen. Das Grundstück wurde darauf hin für 6,7 Millionen Euros an die SEM SAGES der Stadt Grenoble verkauft, die in den folgenden Jahren das Projekt des Stadtplaners Christian Devilliers mit einem Stadtpark von 3 Hektar, Büros, Geschäften und 850 Wohnungen für die Umgestaltung auswählt. 2006 endet der Rückbau der militärischen Anlagen und die eigentlichen Arbeiten begannen. Die Fertigstellung der ersten Wohngebäude ist nun für 2009 geplant, die der Büros und Geschäfte für 2010 und das gesamte Gelände soll ab 2011 den Einwohnern zugänglich sein – 17 Jahre nach dem Abzug des Militärs.

Autor: Christian Horn leitet das Architektur und Planungsbüro rethink

Texte veröffentlicht in der Zeitschrift Der Architekt, N° 5/2008

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