Der Perimeter der Metropole Grand Paris

Die Metropole des Grand Paris – Frankreich

Der Perimeter der Metropole Grand Paris

Der Perimeter der Metropole Grand Paris © IAU idf 2014

Die über die Stadt Paris herausgehende Metropole wurde 2008 mit dem Beginn der Internationalen Konsultation des Grand Paris in das Rampenlicht gehoben. Strategien, räumliche Strukturen und Projekte wurden entwickelt, um die Metropole zu verbinden und eine koordinierte Dynamik zu erzeugen. Das in Planung befindliche Infrastrukturprojekt des Grand Paris Express hat sich in diesem Zusammenhang konkretisiert.

Doch die Schwierigkeit einer koordinierten Entwicklung liegt oft in der kleinteiligen Struktur. Die Agglomeration von Paris gruppiert 10,4 Millionen Einwohnern in 412 Gemeinden, von denen nur zehn über 80 000 Einwohner haben. Die Erteilung der Baugenehmigungen liegt bei den Bürgermeistern, unabhängig von der Größe der Gemeinde. Doch neue Bauprojekte werden von den Bürgern oft als negativ für die Qualität ihres Wohnumfelds gesehen, was die Bürgermeister zögern lässt und den Wohungsmangel verschärft.

Das 2014 in Kraft getretene Gesetz MAPTAM soll die Entwicklung der französischen Metropolen auf einer den Gemeinden übergeordneten Ebene strukturieren. In der Agglomeration von Paris soll ab Januar 2016 eine neue Verwaltungsstruktur entstehen. Die Metropole des Grand Paris wird die die vier zentralen Departements (Paris, Hauts-de-Seine, Seine-Saint-Denis und Val-de-Marne) mit 124 Gemeinden und 6,7 Millionen Einwohnern gruppieren. Sie wird die Strategien und Projekte mit übergeordneter Bedeutung definieren und umsetzten. Besonders im Blick ist der Bau von Transportinfrastruktur und Wohnungen.

Die Metropole Paris hat eine koordinierte Entwicklung dringend nötig und man kann der neuen Verwaltungsstruktur nur wünschen, dass sie sich nicht von der Komplexität der bestehenden administrativen Strukturen und den diversen politischen Verflechtungen zu sehr beeinflussen lässt.

Autor: Christian Horn leitet das Architektur und Planungsbüro rethink

Texte veröffentlicht in der Zeitschrift Der Architekt, N° 5/2014

Do not hesitate to share this post
Facebooktwittergoogle_plusredditpinterestlinkedintumblrmailFacebooktwittergoogle_plusredditpinterestlinkedintumblrmail