Renzo Piano und Le Corbusier – Frankreich

Der Hügel von Ronchamp

Der Hügel von Ronchamp, 2006 © RPBW

Die seit Beginn dieses Jahres die französische und internationale Architekturszene durchziehende Debatte über den Bau eines Klarissinnenklosters nahe der Wallfahrtskirche Notre-Dame-du-Haut fand am 25. Juni in der Cité de l’architecture et du patrimoine einen vorläufigen Höhepunkt. Vertreter der Fondation Le Corbuiser, der Association Oeuvre Notre-Dame-du-Haut, des Klarissenordens und Renzo Piano mit Michel Corajoud trafen sich zum ersten Mal zu einer öffentlichen Debatte.
Die Wallfahrtskirche (1955) ist eines der berühmtesten Bauten von Le Corbusier und liegt weithin sichbar auf einem Hügel in der französischen Gemeinde Ronchamp. Die Kirche wird von der Association Oeuvre Notre-Dame-du-Haut verwaltet, welche die Gebäude, die Grundstücke und die Urheberrechte an dem Werk besitzen. Die Association wollte der jährlich von 100.000 Besuchern besichtigten Kirche eine stärkere spirituelle Dimension geben und vereinbarte die Ansiedlung von einem Klarissen-Kloster mit zwölf Schwestern auf dem Grundstück.
Diese beauftragten niemand anderen als den Architekten Renzo Piano, am Rande des Hügels ein Gebäude von 1500 Quadratmeter Nutzfläche zu errichten. Der Entwurf gliedert das Programm in mehrer kleinere Bauten und gräbt diese in 100 Meter Entfernung teilweise in den Hang ein. Seit dem Bekanntwerden des Projektes vermehren sich die Unterschriftenlisten pro und contra im Internet, sprechen die Modernisten und selbsternannten Freunde von Le Corbusier vom Sakrileg, andere von einer Bereicherung und einige stellen sich die Frage ob dieses Projekt wirklich so richtig durchdacht ist.

Autor: Christian Horn leitet das Architektur und Planungsbüro rethink

Texte veröffentlicht in der Zeitschrift Der Architekt, N° 4/2008

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