Schwierige Zeiten für Hochhäuser – Frankreich

Der Tour Triangle in Paris

Der Tour Triangle in Paris, 2008 © Herzog & de Meuron

Anfang Oktober stellten die Schweizer Architekten Herzog & de Meuron das im Auftrag des französischen Investors Unibail-Rodamco entworfene Hochhaus Tour Trinagle in Paris vor. Das dreieckige Gebäude ist mit einem Sockel von 200 Meter Breite und einer Höhe von 180 bis 200 Meter an der Porte de Versailles, auf einem der sechs Grundstücke, auf welchen die Traufhöhe von 37 Meter der Stadt Paris überschritten werden soll, vorgesehen.
Doch war es keine leichte Aufgabe für den Bürgermeister von Paris, Bertrand Delanoë, das von der Stadt unterstütze Projekt inmitten einer weltweiten Finanzkrise vorzustellen. Denn stellt sich seit ein paar Wochen schon die Frage, ob das im Mai 2008 mit grossem Pomp ausgewählte Projekt des Tour Signal in La Défense, entworfen von dem frisch gekürten Pritzker Preisträger Jean Nouvel, von den spanischen Investoren Layetana und Medea noch finanziert werden kann.
Währenddessen hat sich der anscheinen noch finanzkräftige russische Investor Hermitage, der mit dem französischen Architekten Jacques Ferrier ebenfalls ein Hochhaus für La Défense entwickelt hatte, Anfang September von seinem Architekten getrennt. Gerüchten zufolge soll Hermitage jetzt mit Foster und Partner verhandeln, um das Projekt weiterzuführen. Es scheint als hätte sich Paris zu spät der Tendenz der Hochhäuser anschliessen wollen und ist nun in seinen Plänen von der Finanzkrise gebremst worden. Oder ist es letztendlich Glück im Unglück, da es der Stadt mehr Zeit lässt über ihrer zukünftige Stadtentwicklung und die Rolle der Hochhäuser darin nachzudenken.

Autor: Christian Horn leitet das Architektur und Planungsbüro rethink

Texte veröffentlicht in der Zeitschrift Der Architekt, N° 6/2008

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