Nespresso auf den Champs-Élysées in Paris

Die Banalisierung der Champs-Elysées – Frankreich

Nespresso auf den Champs-Élysées in Paris

Nespresso auf den Champs-Élysées, Paris @ Rethink 2015

Die Avenue des Champs-Élysées ist die bekannteste Straße Frankreichs. Mit einer Breite von 70m erstreckt sie sich über 2 km vom Place de la Concorde bis zum Place Charles-de-Gaulle und ist für viele die Flaniermeile des Wochenendes. Mehr als 100 Million Menschen besuchen jährlich die Champs-Élysées. Eine der besten Lagen für den Handel.

Jedoch nur für die Geschäfte, die es sich leisten können. Die geschätzten Mieten liegen zwischen 15000 und 20000 Euros/m², Tendenz steigend. Mietpreise, welche sich nur noch Handelsketten leisten können, was zu einer schleichenden Banalisierung des Angebotes führt.

Bis vor einigen Jahren hatte sich auf den Champs-Élysées ein Gleichgewicht zwischen Cafés, Kinos, Geschäften und Showrooms (Automobilindustrie) erhalten. Dem Anstieg der Mietpreise folgte die Schließung einiger Kinos, Gaststätten und kleinerer Geschäfte, welche durch internationale Bekleidungsgeschäfte, Fast-Food-Ketten, etc. ersetzt wurden.

Und diese Tendenz geht weiter. Letzten Sommer wurde das Kino Gaumont Ambassage geschlossen mit dem Ziel die Fläche umzubauen und an ein Bekleidungsgeschäft zu vermieten. So werden die Besucher der Champs-Élysées demnächst an den gleichen Geschäften vorbeilaufen können, wie im ihren lokalen Einkaufszentrum.

Die Stadt Paris und einige historische Akteure der Champs-Élysées machen sich schon Gedanken über die Entwicklung und fürchten, dass es irgendwann zu einem Desinteresse an dem standardisierten Warenangebot kommen könnte. Inzwischen macht die Mietpreisentwicklung auch erste Opfer unter den Handelsketten. So schlossen Tommy Hilfiger, Marks&Spencer und Banana Republic in den letzten Monaten ihre Filiale auf der Champs-Élysées, und wurden durch andere Handelsketten ersetzt.

Autor: Christian Horn leitet das Architektur und Planungsbüro Rethink in Paris, Frankreich

Text veröffentlicht in der Zeitschrift Der Architekt, N° 2/2017

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