Hurrikanschäden auf Sint-Maarten

Hurrikan Irma, Saint-Martin – Frankreich

Hurrikanschäden auf Sint-Maarten

Hurrikanschäden auf Sint-Maarten @ Ministery of Defense, Netherlands 2017

Frankreich erstreckt sich mit seinen Überseegebieten über mehrere Zeit- und Klimazonen. Es handelt sich überwiegend um ehemalige Kolonien, welche Teil des französischen Staatsgebietes geworden sind.

Der französische Teil der Karibik-Insel St.-Martin, genannt Saint-Martin im Gegensatz zu dem niederländischen Teil Sint Maarten, gehört dazu. Gewöhnlich als Reiseziel bekannt, lag die Insel im September auf dem Weg des Hurrikan Irma und erlitt erhebliche Schäden. Nach Schätzungen wurden 95 % der Wohngebäude beschädigt und 60 % unbewohnbar. Doch auch öffentliche Gebäude, welche als Schutzraum dienen sollten, wie die Präfektur oder das Krankenhaus wurden stark beschädigt.

Wie es im Nachhinein ist, fragt man sich jetzt, wie es zu diesen Schäden kommen konnte. Das Saint-Martin in einem Hurrikan-Gebiet liegt ist ja bekannt.

Doch hat der französische Staat Schwierigkeiten die Entwicklung, diese weit weg von Paris liegenden Gebiete zu steuern und zu kontrollieren. Saint-Martin erlebte in den letzten Jahrzehnten einen starken Bevölkerungswachstum von 7000 Einwohnern um 1975 auf 35000 um 2015. Gleichzeitig stieg die soziale Ungleichheit mit der Koexistenz von immigrierten Arbeitern und Luxusresorts.

Hurrikan Irma 2017

Hurrikan Irma 2017

Der Bevölkerungswachstum und die Entwicklung des Tourismus führten ebenfalls zu illegalen Bauten. Einerseits durch die Ausbreitung der Elendsviertel, andererseits durch illegale Hotel- und Wohnbauten.

Der Wiederaufbau soll jetzt jedoch geplanter vorgehen, um die Qualität und Lage der Bauten zu verbessern. Doch dabei müssen auch die grundsätzlichen Probleme, dieser von Kontrasten geprägten Insel, gelöst werden. Denn bessere und teurere Bauten, kann sich der große Teil der Bevölkerung nicht leisten.

Autor: Christian Horn leitet das Architektur und Planungsbüro Rethink in Paris, Frankreich

Text veröffentlicht in der Zeitschrift Der Architekt, N° 5/2017

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