Factory in the industrial belt of St. Petersburg

Der Industriegürtel von Saint Petersburg – Russland

Factory in the industrial belt of St. Petersburg

Factory in the industrial belt of St. Petersburg © Christian HORN 2015

Gerade mal 3,5 km südlich von dem Zentrum von Saint Petersburg beginnt der alte Industriegürtel der Stadt. Dieser entstand zwischen 1850 und 1950 südlich des Obwodny-Kanal, der ehemaligen Stadtgrenze. Die später errichteten Großwohnsiedlungen übersprangen auf der Suche nach Freiflächen den etwa 3km breiten Industriegürtel. Einige wenige Hauptverkehrsadern verbinden diese mit den Zentrum der Stadt.

Der Industriegürtel präsentiert sich heute als eine Landschaft aus Infrastruktur, Industriegebäuden verschiedener Epochen, kleineren Wohnviertel, Friedhöfen und erste Wohnungsneubauten, welche nahe des Obwodny-Kanal die Industriegebäude ersetzen. Denn die durch die Sowjetunion verzögerte Deindustrialisierung ist nun im Gange. Nach groben Schätzungen sind die Gewerbeflächen des Industriegürtels noch zu etwa 30% genutzt.

Bis heute hatten die russischen Städte das städtebauliche Potential der ehemaligen Industriegebiet ignoriert und sich weiter im Umland ausgebreitet. In Folge stieg die Belastung der Verkehrswege. Seit fünf Jahren richtet sich der Blick mehr auf diese innerstädtischen Flächen. Doch die Umstrukturierung von Industrieflächen erfordert Kompetenzen in Planung und Projektleitung, welche in die Stadtverwaltungen heute nicht besitzt.

Saint Petersburg will sich nun verstärkt dieser Thematik widmen. Ein dreinationales Entwurfsatelier der Universitäten ENSAS (Strasburg), KIT (Karlruhe) und ITMO (St. Petersburg) fand Ende 2015 über den südlich Industriegürtel statt. Auf der Immobilienmesse MIPIM im März 2016 in Cannes wird die Stadt diese Thematik ebenfalls besprechen und überlegt im Folgenden einen internationalen Wettbewerb über die Transformation dieser Flächen auszuloben.

Autor: Christian Horn leitet das Architektur und Planungsbüro rethink

Text veröffentlicht in der Zeitschrift Der Architekt, N° 1/2016

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