View on Goma and the Nyiragongo

Goma, ein Phoenix in der Asche – DR Kongo

View on Goma in RD Congo

View on Goma in RD Congo © Christian Horn 2015

Frank-Walter Steinmeier, Deutschlands Außenminister, hat Ende Februar einen Zwischenstopp in der Stadt Goma im Osten der Demokratischen Republik Kongo eingelegt. Ziel der Kurzvisite war das Ende der von Deutschland finanzierten Reparaturarbeiten eines Teils der Start- und Landebahn des Flughafens.

Die Stadt Goma hatte in den letzten 20 Jahren nicht die Chance einer ruhigen Entwicklung. Seit dem Genozide im angrenzenden Rwanda ist die rohstoffreiche Region Schauplatz bewaffneter Konflikte. Die daraus entstandenen Flüchtlingsströme haben die Zahl der Einwohner in 25 Jahren auf ungefähr eine Million verzehnfacht. Dazu kam 2002 der Ausbruch des Nyiragongo und eine teilweise Zerstörung der Stadt und des Flughafens durch die Lavaströme.

Seit 2012 hat sich die Lage stabilisiert. Soweit, dass der von der Regierung ernannte Bürgermeister die UN-Habitat nun um Unterstützung für den Aufbau eines Stadtplanungsprozess gebeten hat. Denn die Konflikte und der Bevölkerungsanstieg haben die lokalen Verwaltungsstrukturen beschädigt. Die letzte umgesetzte Planung stammt aus der Kolonialzeit von 1931 und betraf das heutige Stadtzentrum. Eine nach dem Vulkanausbruch entwickelte Planung neuer Stadtviertel im Westen ist nicht umgesetzt worden.

Dynamisch sind die Stadt und die Menschen und es wird viel gebaut, doch scheinen sich die Investitionen und die Gewinne bis jetzt auf eine kleine Gruppe von Personen zu konzentrieren. Mit etwas Glück wird ein langfristiger Frieden in der Region die Möglichkeit einer ausgeglichenen Stadtentwicklung geben. Und wenn man dann noch die Korruption in den Griff bekommt, bleibt vielleicht auch für die Ärmeren noch etwas übrig.

Autor: Christian Horn leitet das Architektur und Planungsbüro rethink

Texte veröffentlicht in der Zeitschrift Der Architekt, N° 2/2015

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