Umbau Samaritaine von SANAA in Paris

Baustopp bei der Samaritaine – Frankreich

Umbau Samaritaine von SANAA in Paris

Umbau Samaritaine von SANAA in Paris © CyrilleThomas 2011

Am 13. Mai annullierte das Verwaltungsgericht von Paris eine der Baugenehmigungen für den umfangreichen Umbau des Samaritaine-Komplexes und entfachte erneut die Debatte über den Platz zeitgenössischer Architektur in dem historischen Stadtzentrum von Paris.

La Samaritaine war neben den Galeries Lafayette und dem Printemps eines der großen Pariser Warenhäuser. 1869 von Ernest Cognacq gegründet, erweiterte er das Warenhaus schrittweise mit Hilfe des Architekten Frantz Jourdain im Jugendstil und später mit Henri Sauvage im Art Déco. Die Gruppe LVMH erwarb 2001 den bekannten Gebäudekomplex mit der Absicht ihn teilweise in ein Luxushotel umzubauen. Angesichts der Proteste gegen die Schließung des Warenhauses kommt den Investoren der mangelhafte Brandschutz der Gebäude gelegen. La Samaritaine schliesst 2005 zwecks Modernisierung und bleibt ab dann geschlossen.

LVMH beauftragt das Büro SANAA den Komplex für etwa 400 Millionen Euro in ein Luxushotel, Geschäfte, Büros, Sozialwohnungen und einer Kinderkrippe umzubauen. Das Projekt führte u.a. zu dem Abriss einiger Gebäude aus dem 17. Jh. und einer Fassade von 1852 an der Rue de Rivoli. Dies brachte verschiedene Denkmalschutzvereine dazu gemeinsam die Baugenehmigung anzufechten und das Verwaltungsgericht von Paris gab ihnen letztendlich im Mai 2014 recht.

Neben offenen Briefen bekannter Architekten, zeigten sich auch die Architektenkammer und die Akadémie d’Architecture von dem Urteil schockiert. Jeder vertritt in diesen Fällen unter dem Banner des öffentlichen Interesses sein eigenes Interesse, aber das Problematische an dem Urteil liegt vielleicht in der Begründung. Das Verwaltungsgericht erklärt, vereinfacht, dass sich die gewellte Glasfassade des Gebäudekomplexes mangelhaft in die mit Lochfassaden geprägte Rue de Rivoli integriert. Das sich das Gericht auf solche subjektiven Argumente stützt erscheit unzufriedenstellend, da gerade die Integration in das städtbauliche Umfeld immer viel Raum zur Interpretation lässt.

Autor: Christian Horn leitet das Architektur und Planungsbüro rethink

Texte veröffentlicht in der Zeitschrift Der Architekt, N° 4/2014

 

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